Bei Gewitter unter die Buche?

14. Mai 2016  •  Veröffentlicht in Allgemein, News, Wissen

Rheinländer und Ruhrgebietler standen unter Schock, nachdem Pfingstmontag 2014 eine Gewitter-Superzelle über das Land gefegt war und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte. Seitdem geht verstärkt die Angst um vor Blitz und Donner, wenngleich das Risiko, in Deutschland vom Blitz tödlich getroffen zu werden, vergleichsweise gering ist: während Millionen Blitzschläge jeden Tag die Erde treffen, sterben hierzulande jährlich fünf bis zehn Menschen durch einen Blitzschlag. Bis zu tausend Menschen in Deutschland werden allerdings durch Blitze -zum Teil schwer- verletzt. Da macht es also durchaus Sinn, zu wissen sich, was zu tun ist, wenn Sie draußen sind und ein Gewitter naht…

Ab wann wird's gefährlich?

Vorsicht! Auch eine Gewitterfront, die scheinbar noch weit weg ist, kann gefährlich sein, denn Gewitter kommen oft schneller als gedacht. Wenn man zwischen Blitz und Donner gerade mal bis zehn zählen kann, dann ist das Gewitter nur noch drei Kilometer entfernt und damit so gefährlich nah, dass ein Blitz in unmittelbarer Nähe einschlagen kann - und zwar auch dann, wenn es noch gar nicht begonnen hat zu regnen! Wieviele Kilometer das Unwetter entfernt ist, lässt sich leicht berechnen: Man zählt die Sekunden zwischen einem Blitz und dem darauffolgenden Donner und teilt diese Zahl durch drei. Leider gibt es keine absolut verläßliche Methode, um den Beginn und die Dauer der Gefährdung festzustellen.

 

  • Gehen Sie schleunigst zurück zum Auto, denn darin sind Sie geschützt vor Blitzeinschlägen. Parken Sie ggf. den Wagen um, damit er unter Bäumen steht (Äste können abbrechen, der Baum kann umstürzen). Noch besser, Sie erreichen rechtzeitig ein festes Haus, das durch einen Blitzableiter gesichert ist.
  • Buchen sollst du suchen, vor Eichen musst du weichen? Bloß nicht, vergessen Sie diese falsche Binsenweisheit! Suchen Sie niemals Schutz unter einem hohen, alleinstehenden Baum oder einer herausragenden Baumgruppe, egal ob Eiche, Buche oder Kastanie, denn hohe Bäume ziehen Blitze an. Das gleiche gilt für freistehende Hütten, Zelte, Sende- bzw. Hochspannungsmaste. Je höher ein Baum und je weiter er aus einer Gruppe andere Bäume herausragt, desto größer ist auch die Gefahr eines Blitzeinschlags.
  • Verlassen Sie schleunigst Wiesen, Felder, Rasenflächen und dergleichen, denn dort sind Sie selbst der höchste Punkt!
  • Suchen Sie möglichst Schutz in einer Mulde, in einem Hohlweg oder in einer Höhle.
  • Bleiben Sie nicht am Waldrand stehen, sondern ziehen Sie sich ins Innere des Waldes zurück. Suchen Sie am besten flachen Baumbestand auf. In jungen dichten Schonungen ist die Gefahr umstürzender Bäume bzw. herabstürzender Äste geringer und die Blitze schlagen eher in die umliegenden höheren Bäume ein. Dort kauern Sie  sich auf den Boden. Machen Sie sich so klein wie möglich! Schlingen Sie Ihre Arme um die Beine und halten Sie die Füße und Beine dicht aneinander gestellt. Dabei nur mit den Füßen den Boden berühren, nicht irgendwo anlehnen oder sich abstützen. Am besten, Sie hocken sich auf einen Rucksack, Plastiktüte oder etwas anderes Isolierendes wie kleine Zweige – feuchten Boden meiden.
  • Sind Sie in einer Gruppe unterwegs, dann nicht nahe beieinander stehen bleiben, sondern getrennt Schutz suchen.
  • Möglichst weit weg mit Gegenständen aus Metall wie Kulis, Handy, Regenschirm, Schmuck, Gürtel, Brille, Münzen etc.
  • Handy aus
  • Runter vom Fahrrad, stellen Sie es mehrere Meter entfernt ab
  • Kein Kontakt mit Bächen, Flüssen, Seen oder mit Wasser gefüllten Gräben.

Zusammenkauern und Beine zusammenhalten!

Große Tiere wie Pferde und Kühe werden häufig Opfer eines Blitzschlags - und das liegt weniger an ihrer Körpergröße bzw. -höhe als an der Entfernung ihrer Beine voneinander. Denn: Steht ein Lebewesen mit einem Bein in einem Spannungskreis und mit dem anderen Bein im nächsten Kreis, wird die Spannung nicht mehr durch den Boden, sondern durch den besser leitfähigen Körper geleitet. Die einzige Maßnahme für uns Menschen, um dieser Schrittspannung zu entgehen, ist es die Füße so eng wie möglich zusammen zu stellen, so dass die Schuhsohlen sich berühren.