Biber in der Eifel

1. Oktober 2016  •  Veröffentlicht in Freizeittipps, Wanderwelt

Einmal in eine andere Welt eintauchen, bitte! Doch erst einmal fängt der Spaziergang durch den Hürtgenwald ziemlich nüchtern an: Der breite Forstweg, der zu einem der ältesten Biberreviere der Rureifel führt, beginnt am Parkplatz Glockenofen in Großhau und führt in großzügigen Kurven bergab hinunter zum Weberbach, den Sie die ganze Zeit tief unten im Tal plätschern hören. Unten am Ende des Forstweges stoßen Sie auf eine – unbefahrene – Asphaltstraße. Ab da lässt die Beschilderung zu wünschen übrig. Sie folgen der Straße aber einfach nach rechts (Richtung Wehebachtalsperre). Nach etwa zweihundert Metern entlang des Weberbaches ist klar, wer hier das Regiment übernommen hat, denn die Biberspuren sind überdeutlich! Wo man hinsieht: gefällte Bäume, Staudämme, Teiche, Burgen und angeknabberte Äste! Zumindest jetzt, im Februar, sieht das Gebiet am Bach gespenstisch aus… In einer Aussichtshütte aus Holz rechts am Waldrand kann man es sich bequem machen und auf das Auftauchen der Biber in der Dämmerung warten, denn abends werden sie aktiv. Doch selbst wenn Sie keinen einzigen Nager entdecken konnten – der Anblick des Biber-Reviers lohnt den Weg allemal! Zurück geht es auf dem gleichen Forstweg wie hin, falls Sie es gern langweilig haben. Oder Sie bleiben auf der Asphaltstraße – in umgekehrter Richtung bergauf- und achten ab jetzt wieder auf die Biber-Markierungen, die den offiziellen Biberpfad-Rundweg anzeigen. Oder aber Sie machen es so wie wir: Sie folgen der Asphaltsstraße in umgekehrter Richtung etwa einen Kilometer bergauf, bis die Straße eine scharfe, fast 180-Grad-Kehre nach rechts macht. An diesem Punkt verlassen Sie den asphaltierten Boden und betreten linkerhand einen schönen Waldweg, der Sie sanft hinunterführt an den Weberbach heran. Diesem verwunschenen Weg folgen  Sie etwa einen Kilometer bis zu einem Wildgatter, dort biegen Sie scharf nach links ab und gehen den breiten Weg bergan, bis Sie nach etwa 200 Metern wieder auf den eigentlichen Biberpfad stoßen und darauf noch die letzten Meter nach rechts Richtung Parkplatz Glockenofen gehen.

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  • Start? Wanderparkplatz Glockenofen, Frenkstraße, 52393 Hürtgenwald-Großhau
  • Länge? Die offiziell ausgeschilderte Variante: ca. 6 km, die von mir beschriebene: ca. 4 Kilometer
  • Begehbarkeit? Das Biberrevier ist gut per Rad, Kinderwagen, evtl. auch Rollstuhl zu erreichen – zurück ginge es dann aber auf dem gleichen Weg (und zwar die ganze Zeit bergauf, mit einer Steigung von teilweise mehr als sechs Prozent!)
  • Nicht vergessen: Fernglas einpacken!
  • Mehr Infos zu den Bibern in der Eifel gibt’s hier:
    http://www.eifelbiber.com/der-biber/baumeister-der-natur.html oder http://www.biostation-dueren.de/73-0-Projekt-Biber.html

Die Biologische Station Düren hat 2013 den Biberpfad im Hürtgenwald eröffnet, um so für Sympathie und Aufklärung bezüglich der Biber zu sorgen - denn tatsächlich ist nicht jeder begeistert, Biber in der Nachbarschaft zu haben. Biber leben eben nicht nur in einsamer, unberührter Natur, sondern es zieht sie auch in Dörfer und Städte und damit in unmittelbare Nähe des Menschen. Dort fällen sie Gartenbäume oder überfluten Viehweiden und sorgen damit für Konflikte. Durch gezielte Maßnahmen lassen sich diese meist leicht entschärfen. Wenden Sie sich mit Fragen an die Biologischen Stationen in Ihrer Gegend oder an die Biberberater der Biologische Station Düren! Dort erfahren Sie auch etwas über die umwerfend positiven Seiten der Biber, denn durch Ihre Lebensweise schaffen sie neuen, wertvollen Lebensraum für andere Tiere und Pflanzen!

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